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40 Jahre sind vergangen seit ich als junger Lehrer nach Dahlheim im Taunus kam, genau im September 1965 und löste dort einen älteren Lehrer namens Wolf ab. Vor mir saßen 55 Kinder, mucksmäuschenstill in einer Klasse im Alter von 6-10 Jahren. Heute undenkbar, aber damals die Regel bei einer zweiklassigen Schule. Ich hatte mein eigenes Schulhaus mit einer Lehrerwohnung darüber, war 25 Jahre alt und hatte eine nette und hübsche Verlobte aus dem Kölner Raum, genau von Bensberg. Die Wohnung musste noch umgebaut werden, ein Badezimmer mit Kohleofen wurde eingebaut. Der Klassensaal selbst hatte einen Art Kanonenofen, der mit Holz und Kohle heheizt wurde. Der lehrer saß noch am Katheder und die Kinder in Banken mit schräger Schreibunterlage und einem Tintenfass im oberen Teil.
Der Klassenraum wurde sehr bald mit neuem Mobiliar versehen. Bänke von der Schule in Dachsenhausen, die dort ausgemustert wurden! Auch das Katheder kam auf den Speicher, es nahm in der Klasse nur Platz weg, der so dringend gebraucht wurde für die große Kinderschar.
Der Schulhof war mit sogenanntem Split versehen, das bedeutete, dass es beim Hinfallen tiefe Verletzungen am Knie gab. Ab 29. Januar hatte ich eine Krankenschwester in der Lehrerwohnung. Meine Verlobte war jetzt meine Frau, wir hatten auf dem Standesamt in Dahlheim geheiratet und sie war examinierte Krankenschwester. Aber bald konnte sie auch die vielen Verletzungen nicht mehr sehen. Heute hat der Platz einen feinen Rasen. Auf die Idee hätte man damals auch schon kommen können.
Der Klassenraum wurde total umgestaltet. Neue Bilder kamen an die Wände, auf den Fensterbänken standen jetzt Terrarien mit Kriechtieren, Eidechsen, Lurchen, kurzum allem, was für den Heimatkundeunterricht gebraucht wurde. Selbstverständlich kamen alle Tiere nach dem Anschauungsunterricht wieder in die Freiheit. Igel, Siebenschläfer und Vögel fanden vorübergehend Heimat und wurden gemeinsam aufgepäppelt. Vor der Eingangstür entstanden Volieren für 60 Vögel. Und dann war da noch ein kleiner Fuchs, der im Wald gerettet wurde, weil seine Mutter tot war. Liebevoll wurde er mit der Flasche groß gezogen. Auf den Spaziergängen nahm man ihn an der Leine mit. Dann musste ein Sandkasten mit einem Blecheinsatz gebaut werden. In ihm wurde in Heimatkunde das ganze Dorf aufgebaut. Jedes Haus war aus Kreide geschnitzt und anschließend legte man eine Glasplatte darüber. Jetzt wurden hier die Umrisse nachgefahren und fertig war die Landkarte vom Dorf. Die Terassenbildung am Rhein bei Kamp-Bornhofen und der Gleithang bei Filsen wurden ebenfalls am Sandkastenmodell in ihrer Entstehung gezeigt. Man brauchte ja nur den Sandksten schief zu stellen und Wasser aus einer Gießkanne hineinzugießen. Das Wasser bahnte sich einen Weg und grub sich immer tiefer ein. So wurde der Heimatkundeunterricht sehr anschaulich gestaltet. Auch Fahrten an den Rhein und zu den Vulkankegel der Eifel standen auf dem Programm. Dabei entstand ein Film Der Krufter Ofen.
Besonders schön waren die Karnevalstage in Dahlheim. Hier wurde richtig Karneval gefeiert mit Schwerdonnerstag und einem Möhnenumzug, mit Bällen in der Halle vom Gasthaus Struth oder bei Hemmischs im Saal. Unvergessen die Karnevalssitzungen bei denen ich Präsident sein durfte und meine Frau tatkräftig hinter der Bühne die Akteure schminkte.
Unvergessen auch die Tischtennismannschaften bei der Jugend und den Senioren. Es ging über Land zu den einzelnen Spielen und allen bereitete es großen Spass.
Die Zeit in Dahlheim ist mir in bleibender Erinnerung geblieben. Aus diesem Grunde lud ich am 23. Juli 2005 meine erste Klasse aus 1965 ein, mit mir meinen Abschied zu feiern. 2/3 von den 55 Schüler und Schülerinnen kamen mit ihrem Anhang in den alten Steinbruch. Es waren 72 Personen und wir feierten bis tief in die Nacht. Das war ein Klassentreffen der besonderen Art. Wunderschön und unvergessen. Ein guter Geist, Doris Schmitt aus Dahlheim hatte geholfen, alle Schüler ausfindig zu machen.
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